Droit de l'IA et conformité AI à Munich

Loi IA de l'UE, gouvernance IA et responsabilité pour la tech et la recherche à Munich

Avocat pour Droit de l'IA et conformité AI à Munich

Jurisprudence récente de Munich et environs (État 2026)

Ces résumés sont en allemand. Ils concernent uniquement des juridictions et autorités allemandes. Abréviations courantes : BGH — Cour fédérale de justice (Allemagne) ; BPatG — Cour fédérale des brevets ; DPMA — Office allemand des brevets et des marques ; LG — tribunal régional ; OLG — cour d'appel ; AG — tribunal d'instance. Les intitulés développés figurent dans les titres et renvois ci-dessous.

KI-Haftung
Äußerungsrecht
Haftungsfalle KI-Übersicht: Suchmaschinenbetreiber haften als unmittelbare Störer für KI-generierte Antworten (LG (Tribunal régional (Allemagne)) München I (Tribunal régional (Allemagne)))

Résumé en allemand · droit allemand · juridiction allemande

Faits : Ein in München ansässiges Verlagshaus wehrte sich gegen rufschädigende Darstellungen in der Suchmaschine der Beklagten. Letztere blendete bei Suchanfragen sogenannte „Übersichten mit KI“ ein, die aus fremden Inhalten eigene Antworten generierten. Darin wurde den Verlagen fälschlicherweise vorgeworfen, unseriöse Geschäftspraktiken und Betrugsmaschen zu betreiben, obwohl die von der KI verlinkten Quellen diesbezüglich gar keinen Bezug zu den Klägerinnen aufwiesen.

Normes essentielles (droit allemand) :

  • § 1004 Code civil allemand (BGB)
  • § 823 Abs. 1 Code civil allemand (BGB)
  • Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 3 GG

Décision : Das Tribunal régional München I (Allemagne) gab der Unterlassungsklage weitgehend statt. Das Gericht urteilte, dass die Suchmaschinenbetreiberin in diesem Fall als unmittelbare Störerin haftete. Im Gegensatz zur klassischen Verlinkung von Suchergebnissen schuf die KI-Übersicht durch eigenständige Strukturierung und inhaltliche Auswertung neue, eigene Aussagen. Da die Betreiberin sich diese generierten Inhalte somit zu eigen machte, griff die gesetzliche Haftungsprivilegierung für reine Vermittlungsdienste (Hostprovider) nicht. Die Verbreitung der unwahren Tatsachenbehauptungen durch die KI verletzte das Unternehmenspersönlichkeitsrecht der Klägerinnen rechtswidrig.

Conclusion et recommandation pratique : Wer als Plattformbetreiber fremde Inhalte durch KI-Technologie zu neuen, eigenständigen Aussagen verdichtet, verlässt den sicheren Hafen der Provider-Privilegierung und trägt die direkte Inhaltsverantwortung. Für betroffene Unternehmen der Digitalbranche erleichtert dies die Rechtsdurchsetzung immens: Sie können gegen rufschädigende Falschaussagen direkt zivilrechtliche Unterlassungsansprüche gegen den Suchmaschinen- oder Plattformbetreiber geltend machen, ohne erst langwierige Verfahren gegen die Urheber der ursprünglichen Websites anstrengen zu müssen.

LG (Tribunal régional (Allemagne)) München I (Tribunal régional (Allemagne)) · Arrêt · 28/05/2026 · 26 O 869/26

Künstliche Intelligenz
Urheberrecht
Urheberrechtsverletzung durch Memorisierung von Werken in KI-Sprachmodellen (LG (Tribunal régional (Allemagne)) München I (Tribunal régional (Allemagne)))

Résumé en allemand · droit allemand · juridiction allemande

Faits : Eine Verwertungsgesellschaft klagte vor dem Tribunal régional München I gegen die Betreiber eines bekannten generativen KI-Sprachmodells mit Unternehmenssitzen in Irland und den USA (Allemagne). Das System wurde unter anderem mit urheberrechtlich geschützten deutschen Liedtexten trainiert. Auf einfache Nutzeranfragen (Prompts) hin gab der auch in Allemagne abrufbare Chatbot diese Liedtexte wortwörtlich oder in leicht abgewandelter Form aus. Das KI-Modell fungierte hierbei wie ein fotografisches Gedächtnis, das die antrainierten und geschützten Werke unlizenziert reproduzierte.

Normes essentielles (droit allemand) :

  • § 16 Loi allemande sur le droit d'auteur (UrhG) (Vervielfältigungsrecht)
  • § 19a Loi allemande sur le droit d'auteur (UrhG) (Recht der öffentlichen Zugänglichmachung)
  • § 44b Loi allemande sur le droit d'auteur (UrhG) (Text und Data Mining)
  • Art. 4 DSM-RL

Décision : Das Tribunal régional München I bejahte eine klare Urheberrechtsverletzung (Allemagne). Die Fixierung der Liedtexte in den Parametern des Modells (Memorisierung) stellte eine unzulässige Vervielfältigung dar. Das Gericht entschied, dass diese Speicherung nicht von der gesetzlichen Schranke für Text und Data Mining gedeckt war, da der Trainingsprozess über eine privilegierte bloße Muster- und Informationsanalyse weit hinausging. Ferner wertete das Gericht die Ausgaben (Outputs) des Chatbots als rechtswidrige öffentliche Zugänglichmachung. Die Betreiber übten die vollständige Tatherrschaft über den Generierungsprozess aus und hafteten folglich als unmittelbare Täter.

Conclusion et recommandation pratique : Dieses Urteil zerstört die bequeme Illusion der Branche, dass jegliches KI-Training pauschal durch Data-Mining-Schranken rechtlich abgesichert ist. Sobald ein KI-Modell urheberrechtlich geschützte Werke memorisiert und als Output ausgeben kann, drohen massive Haftungsrisiken. Geschäftsführer und Inhouse-Juristen von KI-Entwicklern müssen umgehend proaktive Maßnahmen ergreifen: Trainingsdatenkorpora sind rigoros zu filtern (Deduplizierung), Opt-out-Erklärungen müssen respektiert werden und für geschützte Kerninhalte müssen zwingend Lizenzen eingeholt werden, um existenzbedrohende Unterlassungsverfügungen zu vermeiden.

LG (Tribunal régional (Allemagne)) München I (Tribunal régional (Allemagne)) · Arrêt · 11/11/2025 · 42 O 14139/24

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