Public sector digitalization

Public digitalization attorney—IT procurement law and e-government
Public IT and procurement law for compliant acquisition of technology and AI systems in the public sector.

Solutions in public-sector digitalisation

4.1 IT procurement and technology purchasing in the public sector

Public-sector IT procurement is subject to strict procurement rules while technological change demands flexible strategies.

I advise public buyers and IT vendors on legally sound IT contracts.

4.2 AI systems in public administration

Using AI in administration touches procurement law as well as constitutional, administrative-procedure, and data-protection issues. Many use cases qualify as high-risk systems under the AI Act.

I support public bodies in compliant AI adoption—from procurement through implementation to ongoing operations.

Referenzen

Advising a public contracting authority procuring an AI solution
Structuring and negotiating contracts for public-sector procurement of an AI solution, with a focus on liability, data protection, and AI Act compliance.

Public sector

Procurement & AI contract assurance

Recent judgments (As of: 01/06/2026)

These case summaries are provided in German. They concern German courts and authorities only. Common abbreviations: BGH — Federal Court of Justice of Germany; BPatG — Federal Patent Court; DPMA — German Patent and Trade Mark Office; LG — Regional Court; OLG — Higher Regional Court; AG — Local Court. Expanded names appear in headings and citations below.

Informationsfreiheitsgesetz
Auskunftsanspruch
Grenzen des Auskunftsanspruchs bei extremem Verwaltungsaufwand (BVerwG)

Facts: Ein Kläger, der Anfang der 1990er Jahre als Lobbyist für ein französisches Unternehmen bei der Privatisierung der Leuna-Werke tätig war und in Frankreich strafrechtlich verurteilt wurde, begehrte nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) umfassende Akteneinsicht. Er richtete seinen Antrag an die in Abwicklung befindliche Rechtsnachfolgerin der Treuhandanstalt, die über einen Aktenbestand von 4.255 Ordnern zur Leuna-Privatisierung sowie weitere Akten einer Sonder-Task-Force verfügte. Die Behörde lehnte die Einsichtnahme ab und berief sich auf den Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen, den Schutz personenbezogener Daten sowie auf einen unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand. Nach unterschiedlichen Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Berlin und des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg landete der Rechtsstreit vor dem Bundesverwaltungsgericht.

Key provisions:

  • § 7 Abs. 2 Satz 1 IFG (Teilweiser Informationszugang und unverhältnismäßiger Verwaltungsaufwand)
  • § 5 Abs. 1 IFG (Schutz personenbezogener Daten)
  • § 6 Satz 2 IFG (Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen)

Decision: Das Bundesverwaltungsgericht hob das klagestattgebende Urteil des Oberverwaltungsgerichts auf und verwies die Sache zurück. Das Gericht entschied, dass eine Behörde bei extrem umfangreichen Aktenbeständen nicht jedes einzelne Dokument prüfen musste. Sie durfte das Vorliegen von Geheimhaltungsgründen stattdessen anhand von Stichproben und Kategorien darlegen, um bei der massenhaften Aktenprüfung nicht sprichwörtlich die Nadel im Heuhaufen suchen zu müssen. Ein vollständiger Ausschluss des Informationszugangs wegen unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwands griff jedoch erst dann, wenn die Erfüllung des Anspruchs die vorrangigen Sachaufgaben der Behörde erheblich behindert hätte. Dabei stellte das Gericht klar, dass sich informationspflichtige Stellen organisatorisch auf solche Anträge einstellen mussten; personelle Engpässe rechtfertigten keine Ablehnung.

Conclusion & practical takeaway: Dieses Urteil betraf primär das behördliche Informationsfreiheitsrecht, die zugrundeliegende Logik lässt sich jedoch auf die digitale Wirtschaft und weitreichende Auskunftsansprüche (insbesondere nach Art. 15 DSGVO) übertragen. Ein pauschaler Verweis auf einen zu hohen internen Aufwand schützt Unternehmen nicht vor der Erfüllung von Auskunftspflichten. Geschäftsführer und Inhouse-Juristen müssen sicherstellen, dass die interne Datenarchitektur und das Dokumentenmanagement so strukturiert sind, dass auch umfangreiche Datenabfragen systematisch bewältigt werden können. Es empfiehlt sich dringend, frühzeitig in automatisierte Such- und Kategorisierungswerkzeuge zu investieren, um im Ernstfall rechtmäßig, ressourcenschonend und fristgerecht reagieren zu können.

BVerwG, Judgment dated 17/03/2016 (7 C 2/15) - Prior instances: VG (Administrative Court (Germany)) (Administrative Court (Germany)) Berlin, OVG (Higher Administrative Court (Germany)) (Higher Administrative Court (Germany)) Berlin

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