Droit IT et modèles économiques numériques

Avocat en droit IT—conseil SaaS, cloud et modèles économiques numériques
Accompagnement juridique des produits numériques et projets technologiques—de l'évaluation de faisabilité à la conception contractuelle et à la sécurisation des modèles économiques digitaux.

Solutions en droit IT et économie numérique

Contrats de projet IT et développement logiciel

Waterfall ou agile—la structure contractuelle doit suivre le modèle de delivery.

Les projets agiles exigent un cadre différent des contrats d'entreprise classiques.

J'accompagne les projets logiciels de la conception au go-live.

Cloud computing et SaaS

IaaS, PaaS ou SaaS—des enjeux au-delà du droit classique des contrats IT.

RGPD, régulation sectorielle et droits d'audit exigent des solutions sur mesure. J'assiste fournisseurs cloud et clients.

Régulation des plateformes et droit de l'économie numérique

DSA, DMA et Data Act ont refondé le cadre européen.

Je conseille sur la mise en conformité et l'exploitation stratégique des nouvelles obligations et opportunités.

Referenzen

Accompagnement d'un groupe électronique mondial sur plusieurs services numériques
Examen de la licéité juridique des services individuels, révision et rédaction de suites contractuelles, ainsi que conformité produit — notamment protection des données, droit de la consommation et exigences réglementaires pour les produits numériques.

Périmètre du conseil

Conformité produit et cadre contractuel

Jurisprudence récente (État : 15/07/2026)

Ces résumés sont en allemand. Ils concernent uniquement des juridictions et autorités allemandes. Abréviations courantes : BGH — Cour fédérale de justice (Allemagne) ; BPatG — Cour fédérale des brevets ; DPMA — Office allemand des brevets et des marques ; LG — tribunal régional ; OLG — cour d'appel ; AG — tribunal d'instance. Les intitulés développés figurent dans les titres et renvois ci-dessous.

Handelsvertreterrecht
Softwarevertrieb
EuGH: Elektronischer Software-Download mit Dauerlizenz gilt als Warenkauf im Handelsvertreterrecht (EuGH)

Résumé en allemand · droit allemand · juridiction allemande

Faits : Das Unternehmen The Software Incubator Ltd war für die Computer Associates (UK) Ltd im Vereinigten Königreich sowie in Irland tätig, um eine Softwareanwendung zu vermarkten. Die Endkunden luden das Programm über ein Online-Portal herunter und erhielten dazu üblicherweise eine unbefristete Nutzungslizenz. Nach der Kündigung des Vertriebsvertrags forderte The Software Incubator vor den Gerichten in England & Wales Schadensersatz nach dem Handelsvertreterrecht. Die Beklagte verweigerte die Zahlung mit dem Argument, dass ein elektronischer Software-Download mangels körperlicher Form rechtlich keinen „Warenkauf“ darstelle und der Kläger somit kein Handelsvertreter sei.

Normes essentielles (droit allemand) :

  • Art. 1 Abs. 2 Richtlinie 86/653/EWG (Handelsvertreter-Richtlinie)

Décision : Der Europäische Gerichtshof entschied zugunsten des Klägers und stellte klar, dass Software auch bei rein digitaler Übermittlung als „Ware“ anzusehen war. Die Richter argumentierten, dass es wirtschaftlich keinen Unterschied machte, ob ein Programm auf einer CD oder per Download zur Verfügung gestellt wurde. Die Einräumung einer unbefristeten Lizenz gegen ein Entgelt qualifizierten sie zudem als „Verkauf“. Der europäische Schutz von Handelsvertretern durfte nicht durch die technologische Entwicklung ins Leere laufen.

Conclusion et recommandation pratique : Dieses Urteil bildet einen rechtlichen Schlussstein für den indirekten digitalen Vertrieb. Für Softwarehersteller und Inhouse-Juristen der Digitalbranche bedeutet die Entscheidung, dass freie Vermittler von unbefristeten Software-Lizenzen (On-Premises via Download) zwingend als Handelsvertreter geschützt sind. Unternehmen müssen ihre Vertriebsverträge daraufhin auditieren und bei Kündigungen entsprechende Ausgleichsansprüche einkalkulieren. Bei Cloud- oder SaaS-Modellen mit lediglich befristeter Nutzung kann die rechtliche Einordnung hingegen abweichen, weshalb hier eine präzise Vertragsgestaltung zur Vermeidung ungewollter Handelsvertreter-Privilegien unerlässlich ist.

EuGH, Arrêt du 16/09/2021 (C-410/19) - Instances inférieures : High Court of Justice (England & Wales), Queen's Bench Division, Urteil vom 01.07.2016, Court of Appeal (England & Wales) (Civil Division), Urteil vom 19.03.2018, Supreme Court of the United Kingdom, Vorabentscheidungsersuchen

Legal Tech
RDG
Automatisierte Vertragsgeneratoren (Smartlaw) verstoßen nicht gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz (BGH (Cour fédérale de justice (Allemagne)) (Cour fédérale de justice (Allemagne)))

Résumé en allemand · droit allemand · juridiction allemande

Faits : Die klagende Attorneyskammer rügte das Online-Angebot eines Verlags. Dieser bot unter der Bezeichnung „smartlaw“ einen digitalen Rechtsdokumentengenerator an. Kunden konnten durch die Beantwortung von Fragen Verträge erstellen lassen, welche die Software aus vorgefertigten Textbausteinen zusammensetzte. Die Klägerin sah darin eine unzulässige Rechtsdienstleistung und klagte auf Unterlassung. Nach Stationen vor dem Regional court Cologne und dem Higher regional court Cologne landete der Fall schließlich vor dem Cour fédérale de justice (Allemagne).

Normes essentielles (droit allemand) :

  • § 2 Abs. 1 RDG (Begriff der Rechtsdienstleistung)
  • § 3 RDG (Befugnis zur Erbringung außergerichtlicher Rechtsdienstleistungen)
  • § 3a Loi allemande contre la concurrence déloyale (UWG) (Rechtsbruch)

Décision : Der BGH (Cour fédérale de justice (Allemagne)) wies die Klage letztinstanzlich ab. Er entschied, dass die automatisierte Erstellung eines Vertragsentwurfs keine Rechtsdienstleistung darstellte. Zwar verneinte das Gericht nicht, dass der Verlag eine Tätigkeit in einer fremden Angelegenheit ausübte, jedoch fehlte es an dem Tatbestandsmerkmal der „konkreten“ Angelegenheit. Das Programm prüfte keinen individuellen realen Einzelfall, sondern kombinierte lediglich Textbausteine für fiktive, typisierte Sachverhalte. Der Senat verglich diesen Vorgang mit der Nutzung eines detaillierten Formularhandbuchs. Zudem war für den Nutzer klar erkennbar, dass keine individuelle juristische Prüfung seines spezifischen Problems stattfand.

Conclusion et recommandation pratique : Dieses Urteil wirkte als Meilenstein für die Rechtssicherheit heutiger Legal-Tech-Angebote im Bereich der regelbasierten Dokumentenerstellung.
Handlungsempfehlung: Unternehmen können klassische, auf logischen Entscheidungsbäumen basierende Vertragsgeneratoren rechtssicher betreiben und vertreiben, solange sie das Tool transparent als Software-Produkt und nicht als individuelle Anwaltsberatung vermarkten. Sobald jedoch in Zukunft generative Artificial Intelligence (wie LLMs) in den Prozess integriert wird, die unstrukturierte Sachverhalte autonom rechtlich bewertet, muss das Geschäftsmodell im Hinblick auf das RDG völlig neu auditiert werden, da die Grenze zur konkreten Einzelfallprüfung dann überschritten werden könnte.

BGH (Cour fédérale de justice (Allemagne)) (Cour fédérale de justice (Allemagne)), Arrêt du 09/09/2021 (I ZR 113/20) - Instances inférieures : LG (Tribunal régional (Allemagne)) (Tribunal régional (Allemagne)) Cologne (MMR 2020, OLG (Cour d'appel (Allemagne)) (Cour d'appel (Allemagne)) Cologne (NJW 2020

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